barrierefreie Nachhaltigkeit blinde + sehbehinderte Menschen Menschenrechte und Behinderung Selbstbestimmt Leben UN-BRK-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)

sehenswert – Menschen mit Behinderung – Kampf um Teilhabe und Gleichberechtigung

Spasti, Krüppel, Behindi – gängige Beleidigungen, nicht nur in der Jugendsprache. Der Film begleitet Menschen mit Behinderung und zeigt ihren alltäglichen Kampf um Wertschätzung und Gleichbehandlung.

Zum Beispiel die Psychologin Anna Garbe. Aufgrund einer Autoimmun-Schwäche verschlechterte sich seit Ihrer Jugend ihre Sehfähigkeit. Seit einigen Jahren ist sie nahezu vollständig erblindet, sieht nur noch vage Schatten. Die Reportage „Menschen mit Behinderung“ begleitet sie im Alltag. Anna Garbe ist genauso gut ausgebildet und leistungsfähig wie sehende Menschen. Trotzdem ist sie „behindert“ – jedoch nicht durch ihre Blindheit. Sie wird behindert, sagt sie, durch nicht-Barriere freie Internestseiten, etwa ihrer Bank, oder durch veraltete Ampelanlagen ohne Tonsignal, die das Straßenüberqueren vor ihrer Wohnung für sie lebensgefährlich machen. Der Film „Menschen mit Behinderung“ schildert auch das Leben des 15-jährigen Felix, der durch eine Infektion kurz nach der Geburt mit körperlichen Einschränkungen leben muss und im Rollstuhl sitzt. Trotzdem strotzt er vor Lebensfreude, besucht ein Gymnasium, macht Sport und hat Zukunftspläne wie jeder gleichaltrige Jugendliche auch. Was viele nicht wissen: Wie Anna Garbe und wie Felix erleiden die meisten Menschen ihre Behinderung erst während des Lebens. Und meist ebenso unbekannt: 7,5 Millionen Schwerbehinderte leben in Deutschland. Das sind fast 10% der Bevölkerung. 10%, die im Alltag kaum sichtbar sind. Viele Menschen mit Behinderung arbeiten in gesonderten Werkstätten oder können ihre Wohnung nicht mehr verlassen – nicht zuletzt weil Straßen und andere Infrastruktur nicht barrierefrei gebaut sind und ihnen so ein selbständiges Fortbewegen unmöglich machen. Dass ein Zusammenleben und auch ein Zusammenarbeiten von Menschen mit und ohne Behinderung problemlos möglich ist, zeigt der Film am Beispiel des „BalanDelí“. Ein Tagescafé, in dem Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten – gleichberechtigt und auf Augenhöhe.

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