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Leverkusener Initiative von unten

Leverkusener Initiative von unten

Veröffentlicht am Donnerstag, 5. Januar 2017 von Franz Schmahl

Vereinsmitglieder beim Streetlife-Festival in der Altstadt

Vereinsmitglieder beim Streetlife-Festival in der Altstadt    Bild: Rollis Leverkusen e.V.

Leverkusen (kobinet) Die Rollis Leverkusen e.V. haben nach mehreren Gesprächen mit Oberbürgermeister Uwe Richrath erfahren, dass Anfang 2017 der Behindertenbeirat der Stadt Leverkusen wieder zusammentreten soll. Mit Andreas Hollstein, dem 2. Vorsitzenden des Vereins, hat kobinet am Telefon über die Behindertenpolitik in der Stadt am Rhein gesprochen. "Wir gehören zur Bewegung von unten, die sich im Kampf gegen ein schlechtes Bundesteilhabegesetz formiert hat", sagt Hollstein. Der Behindertenbeirat müsse die Interessen von Betroffenen kennen und in die städtischen Entscheidungen einbringen. Doch durch Behinderung betroffene Menschen seien in diesem Gremium "quasi nicht vorhanden".

"Wir kritisieren, dass der „Behindertenbeirat“ unserer Stadt nicht beziehungsweise nur selten tagt und sich hauptsächlich aus Vertreter_innen der großen Sozialverbände zusammensetzt, aber durch Behinderung betroffene Menschen in diesem Gremium quasi nicht vorhanden sind", so Hollstein. Der Verein habe die Erfahrung gemacht, dass die Sozialverbände im Beirat natürlich Interessen behinderter Menschen vertreten, aber ihre Sicht oft anders sei als die der direkt betroffenen Menschen.

Die Rollis Leverkusen wollen, dass sich der Behindertenbeirat zukünftig zu einem unabhängigen Gremium entwickelt, konsequent die Interessenlagen von Betroffenen bündelt und ihnen bei Problemen und Fragen rund um das Thema „Leben mit Behinderung in Leverkusen“ zur Seite steht. In seiner heutigen Form sei der Behindertenrat nicht mehr zeitgemäß, meint Inklusionsbotschafter Andreas Hollstein. Die strukturelle und gesellschaftliche Diskriminierung von Menschen mit körperlichen und/oder kognitiven Einschränkungen oder individuellen Lebensweisen sei kein spezifisches Problem der betroffenen Menschen, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es müsse gerade in der heutigen Entwicklung gemeinsam durch alle betroffenen Menschen und ihre Unterstützer angepackt werden. Ihr Einsatz ziele auf eine offene und freiheitlich-demokratische Gesellschaft, die es mit gleichgesinnten Menschen zu verteidigen gelte.

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